Als nachtaktive Tigerin gehe ich sehr oft spät in das Bett, so auch gestern wieder, allerdings habe ich nicht sehr lange geschlafen.
Denn ganzen Tag habe ich schon gemerkt, dass etwas in mir schlummert, tja und dann kam es um 2:48 Uhr raus. Viele die an dieser Krankheit leiden, denken immer es kommt plötzlich, nein es ist schon die ganze Zeit da, es braucht etwas bis es sich aufgebaut hat. Es ist wie ein Vulkan in dem es untergründig brodelt.
Jedenfalls war sie da, die Panik – nicht vollständig aber doch präsent, mein Kopf ratterte, ja, du weißt jetzt genau was zu tun ist, es läuft Plan A bis Z ab, aber es ist, als säßen zwei Gestalten auf meinen Schultern, ein Engel, der mir Mut zuspricht und ein Teufel, der hämisch lacht und mir sagt, das ich es nicht schaffen werde, die Symptome nehmen allmählich zu.
Alles erdenkliche steigt mir in meinen Kopf, das Herz klopft und ich bekomme leider Atemprobleme, das ist das stärkste Symptome bei mir ... nicht den Kopf verlieren, du weißt das es ganz normal ist.
Ich stehe auf, mir ist eiskalt ... alles passt ...alle Symptome einer Panikattacke laufen zusammen ...auch die Überlegung, ich brauche Hilfe, keiner da, du bist hier alleine, was mache ich bloß, keiner der jetzt mich beruhigt, ich gehe in die Küche, bemerke schon, das ich mich langsam aus meinen Körper manövriere, die Bodenhaftung fehlt, es ist schon als würde ich schweben, die Kälte in mir trägt dazu noch einiges bei. Etwas Warmes trinken, doch ich mache den Wasserkocher wieder aus, ich bin fast schon gar nicht mehr klar bei mir, die Panik hat mich schon zu 90% im Griff, eine Freundin anrufen, jetzt nachts um 3 Uhr, nein, bei ihr ist immer für den Notfall die Kellertür auf, falls sie mich mal nicht hören sollte, dort kann ich hin ... nein, mein Engel auf der Schulter, er ist plötzlich da, du schaffst das, du musst da nicht hinrennen, bleib ruhig ... ich gehe in das Kinderzimmer, L. schläft ganz ruhig, ich schaue sie an und werde ein wenig ruhiger, ich überlege kurz und sie schlägt die Augen auf und sagt: Mama, ist dir kalt, komm zu mir ich wärme dich!
Ich lege mich zu ihr, sie spricht ganz leise, macht eine Kassette an und ich höre das tröten von Benjamin Blümchen, über ihr hängt eine Spieluhr, die sie als Baby geschenkt bekam, Beethoven auch er klingt in meinen Ohren, ich werde ruhiger und ruhiger, sie redet leise weiter, was weiß ich nicht mehr ...
ange_du_soleil - 9. Nov, 14:35