Ich brauche mal wieder Gänsehautfeeling, aber mein lieber Gänsehautfeelingmacher läßt mich hänge, komm du mir nur noch mal über den Weg gehoppelt, dann gibt es lange Ohren und anschließend einen Hasenbraten, den verschenke ich dann - ich esse das nämlich nicht.
Ruhelos ist unser Herz bis es in mir zur Ruhe findet ... die Sehnsucht wird verdrängt und ersetzt durch eine Sucht ... die Sucht macht den Menschen unersättlich ...somit heilt verdrängen nicht, Wunden müssen betrachtet werden, sonst verfälschen sie den Lebensweg, ich wiederhole sonst meine Verletzungen, also schöpfe ich aus dieser Quelle, nehme das Positive und bringe es zum Ausdruck ... ich werde gestärkt wieder hervortreten können, nehme das Schöne mit ...es gibt nur die Gegenwart, die Vergangenheit ist nur ein Traum ...
So nehme ich es hin, das Gefühl ... es ist wieder da, es wird nicht lange bleiben, das Gefühl der Einsamkeit!
Alles wird wieder vergehen ... alles ist vergänglich.
Manches scheint unerreichbar zu sein, soll man deshalb aufgeben? Oder läßt man es einfach laufen ohne was zu tun, nimmt hin was die Zeit so mit sich bringt?
Vertraut man auf das Universum?
Dort oben leuchtet er, mein Stern ... man kann ihn von der ganzen Welt aus sehen ...
Mein Herz, meine Seele weiß das es da noch was gibt, es ist als brenne es tief in mir, ganz tief und es wartet nur darauf wieder hoch kommen zu können und ich spüre, das es hochkommen wird ... die Lava wird sich ausbreiten ...
Ich habe geträumt.
Seit langer Zeit habe ich mal wieder von ihr geträumt, habe sie real gesehen, konnte ihr in die Augen sehen. Trotz ihrer fast schwarzen Augen konnte ich ihre Traurigkeit sehen.
Ich ging eine unendlich lange Wendeltreppe nach oben in ihre Wohnung. Die Sonne schien, sie schien direkt in diese vereinsamte, lieblose Küche, weiß, grau, ein Kessel auf dem Herd, keine Pflanze, kein gar nicht, im Nachbarraum nur ein Bett und da lag sie, zog sich gerade ihre blutverschmierten Socken aus, die Füße waren total kaputt und sie sah mich an.
Wie können sie dich nur so behandeln! Was kann ich tun? Ich bin doch noch so klein, ich kann nichts machen.
Die Antwort wurde mir sofort übermittelt, mach dir keine Sorgen, ich bin eine alte Frau und irgendwann ist das Leben zu Ende, was hält es noch bereit für mich, sieh mich an, ich habe mein Leben gelebt und nun ist die Zeit gekommen, um Abschied zu nehmen ….
Sie lass mir als Kind jeden Abend was vor, unterhielt sich im Dunkeln mit mir, eigentlich war es ihr verboten, die Tür öffnete sie immer einen Spalt, wenn sie verschlossen wurde, ich hatte Angst im Dunkeln und wenn die Tür zu war, war es stockfinster im Raum, leise hörte ich dann immer eine Türklinke, und die Tür war ein Spalt auf.
Alles geschah immer unter Verheimlichung, alles war verboten! Angst gab es nicht, sie war verboten, sie war lächerlich.
„Schätzchen, hör nicht hin, sie wissen gar nicht was sie sagen, sie wissen es gar nicht besser …“. Das waren immer ihre Worte.
Ich habe sehr viel von ihr gelernt, sie hat mir unendliches beigebracht, sie war für mich da und hat mich dabei unterstützt Bücher heimlich im Bett zu lesen, sie zu verschlingen … es war verboten. Die Glühbirnen wurden auf Hitze überprüft, um mich den Lesens zu überführen …ich tat es trotzdem, ich ging in die Stadtbücherei und las die nächsten.
Sie fehlt mir, sie wäre jetzt 104 Jahre alt, Weihnachten vor 10 Jahren ist sie gestorben … sie hatte ein erfülltes Leben. Wir sind uns ähnlich, sie war eine Kämpfernatur.